Schweizerpsalm: ein spiritueller Text?

Zum 50-Jahr-Jubiläum 2011 schrieb Dr. Tobias Grimbacher eine umfassende Studienarbeit über Entstehung, Theologie und gesellschaftliche Bedeutung des Schweizerpsalms. Interessierte finden hier die wohl umfassendste Würdigung des Schweizerspalms in neuerer Zeit. Der Text bietet Hintegrundwissen zur Rede von Bundesrat Maurer von 2011.

« Es kann dem Land heute nicht schlecht gehen, wenn es über eine solche Hymne einfach mit pathetischem Nörgeln hinwegsieht. [..] Am Anfang erst einmal gemeinsam (betend) innezuhalten und über unser Land, seine Vielfalt und dessen Schöpfer zu staunen, wäre ein erster, ein möglicher Schritt (vielleicht denken ja die Nationalrätinnen und -räte daran, wenn sie ab sofort jeweils zu Beginn der Legislaturperiode die Landeshymne hören, und suchen und ahnen etwas von Gottes Gegenwart auch im Bundeshaus), dem der konsequente Schutz der Schöpfung, durch die wir Gott in heimatlichen und fremden Gefilden erahnen, eine Haltung des Vertrauen in das göttlich Gute für die Zukunft, sowie eine grössere Offenheit und mehr „freie“ Zeit für die Momente göttlicher Gegenwart in unserem persönlichen Leben folgen können. »

aus der Studienarbeit von Tobias Grimbacher

« Der so gezeichnete Gott ist allerdings unitarisch und somit an keiner Stelle genuin christlich. Aussagen oder auch nur Anspielungen an eine trinitarische Dimension Gottes unterbleiben. Ebenso sind alle verwendeten Gottestitel bereits in der hebräischen Bibel bekannt und können islamischerseits in den „99 schönsten Namen“ wiedergefunden werden. Das Gottesbild ist latent anthropomorph: Gott tritt, kommt, zieht, fährt daher. Allerdings kann man hierin auch eine dichterische Sprache für den Auftritt der Naturgewalten sehen, hinter denen Gott gesucht werden soll.»

aus der Studienarbeit von Tobias Grimbacher