Camus und das Absurde

«Das Absurde entsteht aus der Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, und der Welt, die vernunftwidrig schweigt.»

« L’absurde naît de cette confrontation entre l’appel humain et le silence déraisonnable du monde. »

Camus

Einige Gedanken über Albert Camus’ Sicht des menschlichen Lebens als Sinn-loses Leben (inkl. Quellenangabe). Daraus zwei Schlüsselzitate:

«Ausgangspunkt ist eine Auffassung über die Welt. Camus ist davon überzeugt, daß die Welt ohne einen vorgegebenen (objektiven) Sinn ist, nicht von Vernunft bestimmt wird. Er meint, das Leben an sich habe keinen Sinn.»

«Das Absurde gibt es nur, wenn man sich ihm zuwendet. Denn das Absurde ist ein Verhältnis und ist als solches nur im Bewußtsein gegenwärtig, wenn jemand Sachverhalte einander gegenüberstellt und sie so in ein Verhältnis setzt. Die Beschaffenheit der Welt, an sich ohne Sinn und nicht von Vernunft bestimmt zu sein, gibt es unabhängig davon, ob jemand sich ihr betrachtend zuwendet oder abwendet. Die Gegenüberstellung des Menschen mit einem Verlangen nach Sinn und einer an sich sinnlosen, das Verlangen nicht erfüllenden Welt geschieht aber, indem beides in einer Betrachtung/Erkenntnis in ein vergleichendes Verhältnis gesetzt wird. Bei einem Abwenden (keine Gegenüberstellung ausführen, das Absurde nicht in den Blick nehmen) verschwindet („stirbt“) das Absurde. Das Absurde leben lassen heißt: ihm ins Auge sehen.»